FÜR MATTARELLA IST RUSSLAND III. REICH

18. Februar 2025

Italiens Staatsoberhaupt macht bösen Vergleich. Dabei war Italien eins mit Hitler.

 

Im Titelbild: Italienische Alpini ziehen durch die Ukraine, Winter 1941, an der Seite der Wehrmacht, III. Reich.

„Wisst ihr denn, wie viele unserer Großväter und Urgroßväter von euch getötet wurden?“ fragt Maria Sacharowa, die Sprecherin des Auswärtigen Amtes der Russischen Föderation, in Richtung Italien.

Mattarella, der Methusalem-Präsident im ewigen Rom, hatte am 5. Feber 2025 Russland mit dem Dritten Reich Adolf Hitlers gleichgesetzt. In einer Rede sagte der Erste Italiener: Eroberung und Beherrschung seien das Projekt des Dritten Reiches in Europa gewesen, [und dann wörtlich] „der heutige Angriff auf die Ukraine ist genau von dieser Natur“.

Maria Sacharowa wies Mattarellas ungebührliche Gleichsetzung sofort als ‚gotteslästerliches Gespinst‘ (invenzioni blasfemiche) zurück und erinnerte die Italiener unmissverständlich an ihre Nazi-Vergangenheit. Aber von Entschuldigung oder gar Scham keine Spur in Rom: Regierungschef Giorgia Meloni schleuderte der russischen Maria, ihrem blonden Widerpart in Moskau, eine flammende Verteidigung Mattarellas entgegen. Der Staatspräsident selbst erhielt rauschenden, stehenden Beifall im Parlament.

Italien war mittendrin im Dritten Reich

Genau im Sinn der russischen Zurechtweisung ist (wieder einmal) klarzumachen, dass sich viele Nationen des Westens allzu bequem hinter Hitler und seinem Dritten Reich verstecken, Italien an vorderster Front. Vergessen, dass der Faschismus in Italien erfunden und begeistert aufgebaut wurde? Vergessen, dass die Italiener 1941 in den Eroberungskrieg gegen die Russen gezogen waren, Seite an Seite mit den deutschen, baltischen, rumänischen und ukrainischen Nazis? Dass die italienischen Alpini in Nikolajewka (Ukraine) und an der Kaukasus-Front abertausende Russen getötet hatten, bevor sie davongejagt wurden? (Siehe Titelbild). Und jetzt kommt ein Nachfahre und höchster Vertreter dieser Massakranten daher und will das heutige Russland mit dem Dritten Reich gleichsetzen, so, als ob Italien nichts, aber auch rein gar nichts mit dem damaligen Vernichtungskrieg gegen die „Untermenschen“ im Osten zu tun gehabt hätte?

Rot trifft ins Schwarze, gleich doppelt

Mit dem Verweis von Sacharowa, dass es die russischen Menschen gewesen sind, die der deutschen und italienischen Kriegsmaschine unter blutigsten Opfern das Mörderhandwerk gelegt hatten, hat die blonde Russin im Zeichen des Roten Stern doppelt ins Schwarze getroffen: Einmal wegen der Richtigkeit ihrer Rüge und das zweite Mal, weil sie die schwarze, faschistische Seele Italiens ins Mark getroffen hat.

Zur Ehrenrettung der Italiener muss man anführen, dass Mattarellas Tiefschlag gegen die Russen und der chauvinistische Beifall dazu auch in Italien scharf zurückgewiesen wurde. In die Hauptschlagzeilen geschafft haben es diese wenigen kritischen Stimmen aber nicht.

Kein Persilschein, für niemanden!

Man kann es nicht oft genug unterstreichen: Von 1921 bis 1945 war drei Viertel Europa echt Nazi – und zwar ausgehend von Italien. Das bedeutet, die Länder außerhalb des deutschen Reiches waren nicht bloß besetzt, wie es der Persil-Schein der Nachfahren will – nein, sie waren echt mit von der Partie.

Italien, Spanien, Griechenland, Österreich, Deutschland, Böhmen, Vichy- Frankreich, Quisling-Norwegen, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen. Sie alle haben Soldaten geliefert und Juden ausgeliefert. Es waren offenkundige Diktaturen mit original nationalen Nazis oder Faschisten, was für Linke und Liberale das gleiche ist (siehe die Tiraden gegen B. Höcke). Sogar in Britannien hat es eine ansehnliche Nazi-Partei und viele Sympathien für Hitler gegeben. Mit diesem schwarzen, tonnenschweren Gepäck auf dem Rücken ist kein einziger Italiener berechtigt, das moderne Russland des Angriffskrieges zu bezichtigen.

Angst schüren für die City

Im aktuellen Abklingen der neoliberalen Giftdämpfe von Clinton bis Biden muss so langsam jeder halbwegs kritische Beobachter erkennen, dass der militärische Einmarsch in die vormalige Sowjetrepublik Ukraine eine äußerst schmerzhafte, aber durchaus begründete Operation mit klarer Ansage und Zielbegrenzung ist. Elitäre Kreise im Westen missbrauchen Russlands Operation zum Schutz seiner vitalen Interessen und zur Absicherung der Ukraine-Russen, und machen daraus das Schreckgespenst des blutdürstigen „Ivan“ aus der Mottenkiste des Dritten Reiches und des Kalten Krieges. Zweck ist leider weniger die Verteidigung von Demokratie und Freiheit, als vielmehr Business As Ever für die Londoner City. Zeit, den unsichtbaren Warlords die Beutekrallen zu stutzen.